Romeo & Juliet – neben Hamlet die wohl bekannteste Tragödie aus der Feder von William Shakespeare. Das Schauspielhaus Bochum wagt sich an eine neue, moderne und vor allem düsterere Inszenierung unter der Regie von Marius von Mayenburg.

Im Mittelpunkt steht ein junges Liebespaar (dargestellt von Torsten Flassig und Sarah Grunert) aus verfeindeten Familien in der Stadt Verona des 14. Jahrhunderts. Zwei Familien – die Montagues und die Capulets – bekriegen sich öffentlich und als Romeo und Julia sich auf einem Maskenball im Haus Capulet begegnen und verlieben, ist die Tragödie vorprogrammiert. Mit Hilfe von Pater Lorenzo und Julias Amme heiraten die beiden heimlich, doch nachdem Romeo Julias Cousin Tybalt in einer erneuten Auseinandersetzung tötet, muss er die Stadt verlassen und Lady Capulet verspricht dem Prinzen Paris Julias Hand. Um dieser Heirat zu entgehen und für immer mit ihrem Romeo vereint zu sein, schmieden Julia mit Pater Lorenzo einen Plan, ihren Tod vorzutäuschen. Romeo jedoch wird nicht rechtzeitig in den Plan eingeweiht und begibt nach dem Anblick der vermeintlich toten Julia Selbstmord. Julia tut es ihm nach ihrem Erwachen gleich.

© Thomas Aurin

Eine buchstäbliche Mauer teilt die Bühne und auch die zwei Welten. Auf der einen Seite die Montagues mit Romeo, auf der anderen Seite die Capulets mit Julia. Das Publikum muss sich schon bei Kartenkauf entscheiden, auf welcher Seite es sitzen möchte. Die jeweils andere Bühnenhälfte wird per Video auf die Mauer projiziert. Von Mayenburg hat für seine Inszenierung das Stück neu übersetzt und so fallen zwischen den Familien schon einmal Beleidigungen wie „Gartenzwerg“, während Romeo und Julia sich immer wieder mit Shakespeare Originalpoesie an das Publikum wenden. Die beiden Hauptdarsteller brillieren in ihren Rollen ebenso wie Matthias Redl­hammer als Julias Mutter.

Die Inszenierung stellt mit wenig Mitteln viel dar – in ihrem Mittelpunkt die hohe, aber nicht unüberwindbare Mauer, die beide Welten immer wieder miteinander verbindet. Die Kameraführung und Videoprojektionen teilweise wackelig bzw unscharf tut dem ganzen Effekt keinen Abbruch. „Marius von Mayenburg erzählt Shakespeares berühmte Tragödie als Geschichte der Faszination von Liebe und Tod.“, schreibt das Schauspielhaus Bochum, und die fast gänzlich fehlende Romantik tut dem Stück gut. Die Inszenierung funktioniert – was man von dem Gedärmeschlemmen auf dem Splatter-Maskenball halten soll, bleibt jedem Besucher selbst überlassen.

© Thomas Aurin

Die nächsten Termine:
17.06.2017, 30.06.2017, 04.07.2017, 13.07.2017 (letzte Vorführung).

 

MerkenMerken

0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

xu hướng thời trangPhunuso.vnshop giày nữgiày lười nữgiày thể thao nữthời trang f5Responsive WordPress Themenha cap 4 nong thongiay cao gotgiay nu 2015mau biet thu deptoc dephouse beautifulgiay the thao nugiay luoi nutạp chí phụ nữhardware resourcesshop giày lườithời trang nam hàn quốcgiày hàn quốcgiày nam 2015shop giày onlineáo sơ mi hàn quốcshop thời trang nam nữdiễn đàn người tiêu dùngdiễn đàn thời tranggiày thể thao nữ hcmphụ kiện thời trang giá rẻ